Auf einer Reise durch die Mongolei hörte ich zum ersten mal einen Kehlkopfsänger. Diese Art von asiatischem Obertongesang hat mich ungeheuer fasziniert. So ging ich auf die Suche nach westlichen Künstlern und fand Bon Iver. Was für eine ungeheuere musikalische Kreativität liegt in seinem virtuosen Wechsel zwischen emotionaler Bruststimme und hoher Kopfstimme. Amerikanische Folklore und unglaublich sanfte Digitalität eindrucksvoll und atemberaubend schön interpretiert. Für manche ist die hohe Kopfstimme gewöhnungsbedürftig – ich mag sie sehr, vor allem im Wechsel mit tiefen Bariton. Bon Iver (Justin Vernon) der mit dem Thema Kindheit spielt, unaufdringlich, fragil mit viel Liebe fürs Detail. Intelligent, melancholisch und unglaublich fantasievoll gehört jetzt schon zu den ganz großen zeitlosen lyrischen Musikern. Es ist absolut keine Musik für die breite Masse, in seine Falsett-Stimme muss man sich erst einhören bevor sie einen in Bann zieht. Manchmal gelingt Liebe erst auf den zweiten Blick……. Dann lässt sie einen nicht mehr los.

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